Erste Hilfe

"Ich habe einen Wildtier gefunden, was kann ich jetzt machen?"

Grundregel wenn sie eine Wildtier finden.


(Dies ist nur als Erste Hilfe Maßnahme zu verstehen und nicht als Aufzuchthilfe!

Wichtig ist auf jeden Fall den vogelkundigen Tierarzt aufzusuchen und den Fundvogel dort vorzustellen, oder die  Wildvogelhilfe zu informieren. Dort entscheidet man wie weiter verfahren wird.)


Ersten Hilfe bei einem Wildtierfund:


1. Sicherheit für sich selbst und das Tier gewährleisten

  • Eigene Sicherheit: Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht in Gefahr bringen, beispielsweise durch Straßenverkehr oder aggressive Tiere. Tragen Sie Handschuhe, um sich vor Bissen, Kratzern oder möglichen Krankheiten zu schützen.
  • Sicherheit des Tieres: Vermeiden Sie schnelle Bewegungen oder laute Geräusche, um das Tier nicht zusätzlich zu stressen. Annähern Sie sich vorsichtig.

2. Einschätzen der Situation

  • Hilfsbedürftigkeit prüfen: Nicht jedes Tier benötigt Hilfe. Manche Jungtiere wirken verlassen, obwohl sie nur auf die Rückkehr ihrer Mutter warten. Beobachten Sie das Tier aus sicherer Entfernung:
    • Verletztes Tier: Wenn Blut, offene Wunden oder sichtbare Verletzungen erkennbar sind, ist Hilfe notwendig.
    • Schwaches oder orientierungsloses Tier: Tiere, die nicht flüchten können oder ungewöhnlich apathisch wirken, benötigen ebenfalls Unterstützung.
    • Verwaiste Jungtiere: Verlassen wirkende Jungtiere (z. B. Rehkitze, Vogeljunge) sollten nur gerettet werden, wenn klar ist, dass die Mutter nicht zurückkommt oder das Tier in akuter Gefahr ist.

3. Das Tier behutsam sichern

  • Geeignete Behälter nutzen: Verwenden Sie eine Kartonbox, einen Korb oder einen anderen stabilen Behälter. Legen Sie ein Handtuch oder eine Decke hinein, um dem Tier Halt und Schutz zu bieten.
  • Direkten Kontakt vermeiden: Wildtiere geraten durch menschlichen Geruch und Berührung schnell in Panik. Verwenden Sie Handschuhe oder ein Tuch, um das Tier anzuheben.
  • Dunkelheit schaffen: Decken Sie den Behälter leicht mit einem Tuch ab. Dunkelheit beruhigt die Tiere und reduziert Stress.

4. Erste Hilfe leisten

  • Blutungen stillen: Bei blutenden Wunden ein sauberes, trockenes Tuch oder eine Mullbinde leicht auf die Wunde drücken, um die Blutung zu stoppen.
  • Schutz vor Unterkühlung: Wickeln Sie das Tier vorsichtig in ein weiches Tuch, um es warmzuhalten, besonders bei Jungtieren oder geschwächten Tieren.
  • Kein Füttern oder Tränken: Wildtiere reagieren empfindlich auf falsches Futter oder erzwungenes Trinken. Überlassen Sie die Versorgung Fachleuten.

5. Fachkundige Hilfe kontaktieren

  • Wildtierrettung oder Auffangstation: Suchen Sie nach lokalen Organisationen, die sich auf Wildtierrettung spezialisiert haben, und kontaktieren Sie diese.
  • Tierärzte: Viele Tierärzte helfen bei der Erstversorgung von Wildtieren oder vermitteln an geeignete Stellen.
  • Notrufnummern: In Deutschland kann auch die Polizei oder Feuerwehr bei der Vermittlung an Wildtierrettungen helfen.

6. Transport zum Fachpersonal

  • Behutsamer Transport: Stellen Sie sicher, dass das Tier in einem sicheren Behälter transportiert wird, der ausreichend belüftet, aber dunkel ist. Bewegen Sie sich ruhig, um Panik zu vermeiden.
  • Keine weiteren Eingriffe: Versuchen Sie nicht, das Tier selbst zu behandeln, da dies oft mehr Schaden als Nutzen bringt.

Wichtige Hinweise

  • Rehkitze: Fassen Sie Rehkitze nur im absoluten Notfall an, da der menschliche Geruch die Rückkehr der Mutter verhindern kann. Tragen Sie immer Handschuhe.
  • Vogeljunge: Nicht alle scheinbar verlassenen Jungvögel brauchen Hilfe. Nestlinge (noch ohne Federn) gehören ins Nest zurück, Ästlinge (befiederte Jungvögel) werden oft in der Nähe weiterhin von den Eltern versorgt.
  • Gefährliche Tiere: Melden Sie größere oder gefährliche Wildtiere (z. B. Wildschweine, Greifvögel) an die zuständigen Behörden oder Wildtierexperten, statt eigenständig einzugreifen.
  • Gerade bei Wildschweinen ist höchste Vorsicht geboten. Wildschweine sind leicht reizbar und greifen an, das kann lebensgefährlich werdem.


Weitere wichtige Hinweise


Bei Greifvögeln und Eulenarten bitte immer den zuständigen Falkner, die Feuerwehr (Notruf: 112) oder die Wildtierrettung rufen. Die Rettung dieser Tiere ist erlaubt, die Aufzucht und Haltung darf nur von fachkundige Personen durchgeführt werden.

Greifvögel und Eulenarten unterliegen dem strengen Artenschutz.


Vorsicht bei Greifvögeln, sie können sich mit ihrem Schnabel und den scharfen Krallen zur Wehr setzen. Verletzungsgefahr.


In der Brut/Aufzuchtzeit nicht gleich jeden Jungvogel retten wollen der am Boden sitzt und schreit.

Meist rufen die Kleinen lautstark oder kläglich und wollen gefüttert werden. Die Alttiere sitzen in der Regel nicht weit entfernt und beobachten. Hier lernen die Jungvögel selbstständig nach Futter zu suchen und zu fliegen.

Beobachten sie das Geschehen aus der Ferne weiter. Wenn sie bei dem Jungtier bleiben wird sich kein Elterntier sehen lassen. Also Abstand halten!

Lässt sich nach zwei bis drei Stunden immer noch kein Elterntier sehen, den Jungvogel in einem Karton zum nächsten vogelkundigen Tierarzt bringen.

Einen solchen, vogelkundigen Tierarzt in ihrer Nähe finden sie im Internet unter 


www.vogeldoktor.de


Gleiches gilt auch bei verletzten Tieren. Meist sind diese Tiere sehr apathisch und lassen fast alles geduldig über sich ergehen. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten, sie können sich mit dem Schnabel und den Krallen zur Wehr setzen, Verletzungsgefahr.


Für den Transport des Tieres keine Gitterbox (Katzen oder Hundeboxen/Körbe) oder Vogelkäfige verwenden. Das Gitter beschädigt das Gefieder des Tieres.


Es grassiert immer noch das dumme Gerücht man dürfe Wildvögel keinesfalls anfassen, die Elterntiere würden das Junge nicht mehr annehmen.

Das ist Unsinn!

Der Geruchssinn bei Vögeln ist nicht so gut ausgeprägt das sie den Geruch des Menschen wahrnehmen würden.


Ist es schon spät und der Tierarzt nicht mehr erreichbar, den Vogel mitnehmen. Verwenden sie dazu, wie schon erwähnt, einen Karton. Haben sie keinen Karton zur Hand verwenden sie eine Decke oder eine Jacke um das Tier zu transportieren. Stellen sie  ihm unter Beobachtung eine sehr flache Untertasse mit nur etwas Traubenzuckerwasser in einen Karton, trinkt das Tier von alleine ist es gut. Tut es das nicht versuchen sie dem Tier,  nur ein bis zwei Tropfen mit eine Pipette an, aber keinesfalls in, den Schnabel zu träufeln. Vögel haben unterhalb der Zunge ihre Luftröhre. Kommt Wasser, durch falsche Handhabung dort hinein, kann das Tier daran ersticken.


Sorgen sie dafür das das Tier nicht auskühlt, eine Wärmflasche unter einem alten Handtuch schafft hier Abhilfe. Eine PET Flasche mit warmen Wasser tut es auch.

Suchen sie am nächsten Tag unbedingt einen vogelkundigen Tierarzt auf.


Der Tierarzt kennt meist die nächste Auffangstation wo das Tier dann bis zu Genesung und Auswilderung aufgenommen werden kann.



Mit diesen Schritten helfen Sie einem Wildtier effektiv, ohne es oder sich selbst zu gefährden. Im Zweifel ist es immer besser, frühzeitig Fachleute zu informieren!


Was sollte man, für den Fall das man einen Wildvogel findet, im Haus haben?

Um einem Fundvogel erstversorgen zu können sind nicht viele Dinge erforderlich. Meist haben wir diese Sachen schon in unserem Haushalt so das sie schnell helfen können.



- Eine flache Schale (Untertasse) für Trinkwasser,


- einen ausreichend großen Karton. (Keine Hunde oder Katzenbox verwenden da diese meist mit Gittern versehen sind die das Gefieder des Vogels beschädigen können)


- saugfähige Küchenrolle (als Unterlage im Karton damit die Feuchtigkeit vom Kotabsatz aufgesogen wird. Kein Heu oder Stroh verwenden, Feuchtigkeit in Verbindung mir diesen Stoffen begünstigen die schnelle Vermehrung und Ausbreitung von Krankheitserreger)


- Traubenzucker (aufgelöst im Wasser >eine Messerspitze Traubenzucker in einem Schnapsglas Wasser< um die Kreislauffunktion aufrecht zu erhalten)


- Eine Einwegspritze ohne Kanüle (um erschöpften Vögeln das Traubenzuckerwassen an den Schabel träufeln zu können, vorsicht, nicht zuviel Wasser geben, langsam Tropfen für Tropfen anbieten. Haben sie keine Einwegspritze oder Pipette einfach den Finger ins Wasser tauchen. Der Tropfen der am Finger hängen bleibt dem Tier an den Schnabelrand geben)


- Kirschkernkissen oder Wärmflaschen (um die Körpertemperatur aufrecht zu erhaten)


- ein, zwei Handtücher (um den Karton abzudecken)


- eine alte Decke (um den Fundvogel gegebenenfalls einfangen zu können)




- die Rufnummer des nächsten vogelkundigen Tierarztes (zu finden unter www.vogeldoktor.de)


- oder die Rufnummer der Wildvogelhilfe-MG 0163-3709070

Der Turmfalke konnte nach drei Tagen trocken und gesund wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.

Der Besitzer der Weide wurde über Vorbeugemaßnahmen informiert und aufgeklärt.

Todesfalle Wassertrog!


Was des einen Freud kann sehr schnell zu des anderen Leid werden.


Wassertröge, unverzichtbar auf unseren Weiden, können heutzutage sehr schnell zu Todesfallen für Tiere werden. Immer öfter sieht man auf den Viehweiden Wassertröge aus Kunststoff oder aus Metall. Kunststoffwannen wie Maurerkübel sind erstmal leicht zu transportieren und dazu auch noch recht günstig in jedem Baumarkt zu bekommen. Gleiches gilt für alte Badewannen oder Zinkwannen die noch irgendwo herumstehen. Aufgestellt, Wasser rein das Vieh kann glücklich sein.

Jedoch werden solche modernen Wassertröge schnell zu Todesfallen für kleinere Tiere. Der jüngste Zwischenfall den die Wildvogelhilfe erreichte zeigt dies deutlich.


Dieser Turmfalke (Bild links) wollte vermutlich nur auf den Rand landen um zu trinken, rutschte ab da er auf den glatten Rand keinen Halt fand und landete im Trog. Nicht weiter tragisch, wäre es ein Wassertrog aus Holz oder Beton gewesen. Dort findet der Vogel durchaus Halt um sich aus eigener Kraft aus dieser misslichen Lage zu befreien.


Anders in diesen Fall.

Zu seinem Glück kamen Spaziergänger vorbei, erkannten die tödliche Situation und retteten den armen Kerl aus dieser Todesfalle.


Wassertrögen aus Kunststoff oder Metall bieten selbst den schärfsten Krallen durch ihre glatten Wände keinerlei Halt und das Tier welches einmal in solch einem Trog landet  stirbt einen qualvollen Tod durch ertrinken.


Soweit muss es garnicht erst kommen!




Ein einfaches Holzbrett (Bild rechts und Grafik unten) welches über den Wannenrand ins Wasser ragt entschärft diese gefährliche Situation und stört das Vieh nicht beim Trinken.


Das hineingefallene Tier kann auf das Brett klettern und sich in Sicherheit bringen.

Gleiches gilt auch für Gartenteiche, ein kleines Brett oder  ein dicker Ast rettet Tieren die hineingefallen sind das Leben.


Denken sie mal drüber nach…….